Mit Stoffresten Schraubgläser verschönern

Wer kennt es nicht - nach jedem Nähprojekt fallen Stoffreste an, die manchmal einfach zu schade sind, um sie der Mülltonne zu überlassen. Was also mit all den kleinen Stoffstücken machen?

Das naheliegenste ist natürlich, diese Stoffreste in Patchwork-Projekten zu verarbeiten. Aber vielleicht geht es euch da ja genau so wie mir; Ich nehme es mir zwar immer vor, bleibe dann aber doch von der Patchwork-Muse ungeküsst. Ein schnelles Projekt sollte am besten es sein. Eins, mit dem man einfach und effektiv kleine Stoffstücke verwerten kann. Und als ich ein paar hübsche Einmachgläser zum Verschenken in meinem Küchenschränkchen suchte und ich mich über die bedruckten Deckel ärgerte, kam mir die Idee die hässlichen Deckel einfach und schnell mit Stoff zu beziehen. Das musste ich natürlich direkt ausprobieren. Klappt das wirklich und hält der Stoff auf den Deckeln? Zu meiner Überraschung stellte ich fest, dass es sogar noch einfacher war, als ich zuvor annahm und das Ergebnis überzeugt mich direkt. Aus alten Einmachgläsern sind so im Nu wunderschöne Hingucker geworden, die nun meine Küche und mein Arbeitszimmer bereichern. Ich liebe einfach den Charm, der sich so ganz leicht kreieren lässt.

Was ihr dafür braucht:

  • - Einmachgläser mir Deckel
  • - Stoffstücke, die komplett über die Deckel passen
  • - Kleber (Ich habe Sprühkleber verwendet)

Außerdem habe ich eine Schere und Backpapier zum Unterlegen verwendet.

Die Verarbeitung ist super simpel: Reinigt Deckel und Gläser vorab und Sprüht die trockenen Deckel mit Sprühkleber ein. Wie schon erwähnt, legt ihr euch dafür am besten etwas Zeitungspapier oder Backpapier aus. Passt auch auf eure Finger und Kleidung auf. Beim Auftragen des Kleber auf den Deckel solltet ihr darauf achten, dass ihr vorallem auch am Rand des Deckels alle Stellen gleichmäßig erreicht. Natürlich könnt ihr auch anderen Kleberarten verwenden, aber Sprühkleber ist natürlich unschlagbar einfach und schnell.

Zieht dann euren Stoff einfach über den Deckel. Dazu lege ich den Stoff zunächst glatt auf die Oberseite des Deckels und streiche den Stoff an allen Stellen glatt. Vorallem die Rillen fahre ich mit dem Finger nochmal nach. Dann ziehe ich die Ränder Stück für Stück nach unten. Besonders leicht klappt das natürlich mit Jersey  oder Strick Stoffresten sowie feiner Webware wie Viskose. Aber im Prinzip eignet sich fast jede Stoffart für dieses Projekt.

Wenn alle Falten am Rand rausgezogen und angedrückt sind, kann der Stoff rundum zurück geschnitten und nach Innen geschlagen werden. Ich klebe ihn dort nochmal mit ein paar tropfen Kleber fest. Bedenkt bitte, dass der Deckel so natürlich nicht mehr Luftdicht abschließt und sich somit nur für Dekozwecke eignet.

Lasst den Kleber an einer gut belüfteten Stelle trocknen und et voià, schon ist euer Einmachglas im neuen Outfit fertig! 😉

Und wer es ganz praktisch und hübsch liebt, der kann sich mit der gleichen Technik ein Einmachglas zum Nadelkissen umfunktionieren. So könnt ihr nicht nur den Deckel als Nadelkissen verwenden, sondern im Glas auch noch Nähzubehör wie Garn, Spulen, Fingerhut, Nahttrenner und co. verstauen.

Für das Nadelkissen-Schraubglas braucht ihr:

Wie zuvor habe ich noch eine Schere und Backpapier zum Unterlegen verwendet. Die Verarbeitung macht kaum einen Unterschied. Lediglich etwas Füllwatte muss noch zwischen Deckel und Stoff. Dazu habe ich die Watte zu einer Kugel geformt und mit etwas Garn auf der Unterseite zusammen gebunden, damit sie ihre Form behält. Diese Wattekugel habe ich dann zuerst auf den gereinigten und mit Kleber vorbereiteten Deckel geklebt. Darüber habe ich den Stoff gezogen und ihn am Rand fest in den Kleber gedrückt. Damit ist darauf zu achten, dass der Stoff gleichmäßig gespannt ist und keine zu großen Falten wirft.

Nachdem alle Falten am Rand rausgezogen und angedrückt wurden, habe ich den Stoff rundum zurück geschnitten und Innen fest geklebt. Damit das ganze etwas hübscher aussieht, hat der Deckel Innen dann von mir noch eine Verkleidung aus Pappe bekommen.  Zu guter Letzt habe ich den Rand mit goldenem Paspelband verschönert. Ihr könnt natürlich auch anderes Band wie Webband, Spitze oder Pomponborte verwendet oder den Rand einfach unverziert lassen.

Lasst den Kleber an einer gut belüfteten Stelle trocknen. Dann habt ihr auch schon euer fertiges Nadelkissen mit Einmachglas als Stauraum für Nähzubehör! 😉

Hat dir dieser Beitrag gefallen? Dieser Post ist ein Beitrag unseres "Open Blog" Projektes von Nähfreunden für Nähfreunde.

Dieser Beitrag wurde verfasst von Lilli. Auf ihrem Blog "Isipisi Schnitte" findet ihr praktische Nähtipps und eigens erstellte Schnittmuster.

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Tolle Stoffe für dein nächstes Nähprojekt