Das brauchst du als Nähanfänger wirklich!

Nähzubehör gibt es wie Sand am Meer. Sogar in einigen Discountern werden Garnsets, Schneiderscheren und Maßbänder angeboten. Aber was braucht man wirklich und muss es immer das teuerste Material sein?

Viele lassen sich am Anfang von günstigen Angeboten und hübschen Motiven locken. Denn neben wichtigen Materialien landet so auch immer wieder überflüssiger Schnickschnack im Einkaufswagen. Daher ist es gut zu wissen, was man wirklich braucht. "Ich möchte ja erstmal ausprobieren und nicht direkt so viel Geld ausgeben" denken sich viele Beginner am Anfang ihrer Nählaufbahn. Doch wo kann man sparen und wo zahlt man drauf, wenn man billig kauft?

 

Hier sind unsere Empfehlungen nach über 10 Jahren Näh-Erfahrung:

Nähmaschine - Eine Nähmaschine sollte kein Spontankauf sein. Lasst euch in einem Fachhandel beraten und wählt eine Maschine die euren Anforderungen entspricht. Wer sparen möchte ist besser damit bedient, ein gebrauchtes Markenmodell zu holen statt einer Discounter Nähmaschine zu kaufen. Bei uns vor Ort im Laden findet ihr ebenfall ausgesuchte Nähmaschinen und Anfänger Nähkurse.

Bügeleisen - Solltet ihr noch kein Bügeleisen Zuhause haben, müsst ihr euch unbedingt eins anschaffen. Ohne geht es leider nicht. Doch neben großen und klobigen Modellen gibt es mittlerweile auch kleine Hand-Bügeleisen mit Tischbügelbrett. Ich persönlich bevorzuge ein Bügeleisen mit Teflon- oder Gleitsohle. Am liebsten eine Bügelstation mit viel Dampfdruck. Das gerade für Anfänger aber kein Muss!

Stoffschere - Die Schere ist für jeden Schneider das Baby! Ich empfehle euch hier unbedingt Qualität zu kaufen, denn sonst zahlt ihr leider doppelt. Meine Solinger Schneiderschere schneidet seit 10 Jahren ohne nachschärfen zuverlässig. Da kann keine Billigschere mithalten! Gute Qualität muss aber nicht unbezahlbar sein. Ihr erhaltet gute Schneiderscheren schon ab 25€.

Papierschere - Eure gute Schneiderschere ist wirklich nur für Stoff vorgesehen, denn Papierfasern lassen sie schneller stumpf werden. Damit eure Stoffschere auch nach Jahren noch durch jeden Stoff wie Butter gleitet, solltet ihr euch für Schnittmuster und Co. daher unbedingt eine extra Papierschere zulegen.

Stickschere - Ob zum Faden abschneiden, Nahtzugaben verschneiden oder einschneiden kleiner Öffnungen. Die kleinere Stickschere kommt immer dann zum Einsatz wenn eure Schneiderschere einfach zu groß und unhandlich ist. Dafür empfehle ich euch sogenannte Nähscheren mit einer Klingenlänge von 5-8 cm. Diese haben auch bei dickeren Stoffen noch genug Kraftumsetzung in der Spitze und geben nicht nach, wie es bei zu feinen Stickscheren schonmal passieren kann. Natürlich gilt für die Stickschere das gleiche wie für die Schneiderschere - lieber einmal Qualität kaufen!

Nahttrenner -Wer glaubt, nach über 10 Jahren Näherfahrung würde ich keinen Nahttrenner mehr brauchen, der irrt sich gewaltig. Der Nahttrenner gehört leider in jedes Nähkästchen!

Stecknadeln - Bei Stecknadeln kann man nicht viel falsch machen? Leider doch... Ich rate euch unbedingt davon ab hier nach Optik zu kaufen oder besonst günstige Angebote zu wählen. Die beliebten Stecknadeln mit buntem Plastikköpfchen sind häufig viel zu weich und verbiegen sich schnell. Greift daher lieber zu Steckadeln ohne Köpfchen oder mit hochwertigen Glasköpfchen und in feiner Qualität!

Nadelkissen - Ich perönlich besitze viiiele Nadelkissen. Normale kleine Kissen, eines mit kleiner Klammer, eins mit Magnet und eins als Schraubglas. Ihr müsst da selber herausfinden, was für euch am Besten ist. Zuanfang tut es aber auch ein Schälchen oder ein kleines günstiges Nadelkissen. Vielleicht gibt es ja auch ein hübsches Nadelkissen-Erbstück von Oma? Magnetische Nadelkissen kann ich euch aber besonders empfehlen. Diese sind super praktisch, wenn mal wieder die Nadeln runter gefallen sind.

Nähgarn - Ohne geht's natürlich nicht. Aber überschätzt euch beim Einkauf nicht. Eine 1000 Meter Rolle hält schon verdammt lange und es muss nicht gleich zu Anfang eine Garnrolle in jedem Farbton Zuhause sein. Kauft euer Garn lieber zum passend zum Nähprojekt und vorallem keine Discounter Großpackungen. Die meisten Probleme beim Nähen wie gerissenes Garn lassen sich auf die Verwendung von qualitätiv schlechtem Nähgarn zurückführen. Unser Seralon Nähgarn kann ich aber guten Gewissens empfehlen.

Nähmaschinennadeln - Du wirst von Nadelbruch leider nicht verschont bleiben. Zudem ist es wichtig, die Nadeln je nach Material anzupassen. Die Fausregel ist ganz einfach: Je dünner dein Material, desto dünner auch die Nadel. Stärke 70-80 sind feine Nadeln für dünne Stoffe und 90-100 dickere Nadeln für dickere Stoffe. Für Maschenwaren wie Jerseystoffe und co. sind Stretchnadeln ein Muss. Für Webwaren sind Universalnadeln bestens geeignet.  Mögliche Probleme durch Einsatz falscher Nadeln sind zum Beispiel Nadelbruch, Laufmaschen, Löcher oder von der Maschine gefressener Stoff.

Kreide oder Markierstifte - Hin und wieder müsst ihr eure Nählinien einzeichnen, Markierungen setzen oder Taschenpositionen übertragen. Bitte greift dann nicht zu Filzstift, Kulli und Co. Diese können vorallem beim Waschen hässliche Flecken verursachen und ruinieren so euer ganzen Nähgut. Die Schneiderkreide ist für Ungeübte Zuanfang zwar etwas schwer zu erkennen, doch sie hat den entscheidenden Vorteil, dass die Spuren nach dem Verarbeiten verschwinden. Außerdem könnt ihr den Kreidestaub prima zum Entfernen von Fettflecken benutzen. Alternativ kann auch ein spezieller Markierstift - ein sogenannter Trickmarker - verwendet werden. Die Farbe verschwindet nach einer Zeit von selbst.

Mäßchen - Messen ist beim Nähen sehr wichtig. Dafür kannst du zum Handmaß, Maßband oder Geodreieck greifen. Um deine eignenen Maße richtig messen zu können eignet sich ein Maßband natürlich besonders gut. Da muss es aber nicht immer das teuerste vom teuersten sein, so lange die Maße stimmen. 😉

Nähkästchen - Ihr wollt euer Nähzeug zwar nicht ständig durch die Gegend tragen, dennoch ist es praktisch einen geordneten Arbeitsplatz zu haben. Es muss kein spezieller Nähkoffer sein, einfache Kisten tun es natürlich auch. Hauptsache ihr könnt euer ganzes Material gut verstauen.

 

Natürlich könnte ich noch unzählige weitere Nähgegenstände aufzählen. Doch diese Liste enthält wirklich nur Nähzubehör, welches ihr auf jeden Fall brauchen werdet. Eure Einschulungs-Nähtüte so zu sagen! 😉 Aber ihr werdet selber merken, dass mit der Zeit das ein oder andere Material dazu kommt. Man braucht nicht jedes Näh-Gadget, aber man muss natürlich auch selber herausfinden, was einem Nutzt und beim Nähen sinnvoll unterstützt.

Hat dir dieser Beitrag gefallen? Dieser Post ist ein Beitrag unseres "Open Blog" Projektes von Nähfreunden für Nähfreunde.

Dieser Beitrag wurde verfasst von Lilli. Auf ihrem Blog "Isipisi Schnitte" findet ihr praktische Nähtipps und eigens erstellte Schnittmuster.

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Passendes Nähzubehör für Einsteiger und Anfänger